Booten: Was passiert beim Hochfahren?

Dass beim Hochfahren eines PCs einiges im Hintergrund passieren muss, zeigt sich schon durch die Zeitspanne, die vergeht zwischen dem Einschalten des Rechners und dem Erscheinen der Benutzeroberfläche des Betriebssystems. Einiges wird auf dem Bildschirm angezeigt, anderes passiert im Verborgenen.

Und das läuft beim Booten eines Rechners mit Windows XP als Operating System ab:

. Man schaltet den PC ein, er wird mit Strom versorgt.
. Die BIOS-Routine startet. Die Befehle dafür befinden sich in einem nicht flüchtigen ROM-Chip auf der Hauptplatine. Den Beginn der BIOS-Routine erkennt man auf dem Bildschirm an der Angabe von BIOS-Hersteller (Award, AMI etc.) und der jeweiligen Version.
. Beim so genannten „Power On Self Test" (POST) werden die Funktionen der Hauptplatine gecheckt, zum Beispiel die Steckplätze und die angeschlossenen Festplatten.
. Die Konfigurationseinstellungen aus dem CMOS („Complementary Metal Oxide Semiconductor", zu Deutsch: „Gegensätzliche Metall-Oxid-Halbleiter") werden geladen. Auch das CMOS befindet sich auf der Hauptplatine und ist ein flüchtiger Speicher (RAM), kann also überschrieben werden. Dass die hier abgelegten Einstellungen nach dem Ausschalten des PCs nicht verloren gehen, liegt an einer Batterie, die sich auf der Hauptplatine befindet und den Speicher eine Zeitlang mit Strom versorgt. Man erkennt den Start des CMOS unter anderem daran, dass eine Tabelle angezeigt wird mit dem installierten Arbeitsspeicher, den eingebauten Datenträgern (Festplatten, CD/DVD-Laufwerke etc.).
. Die in Master Boot Record und Bootsektor hinterlegten Einstellungen werden geladen.
. Erst jetzt startet das Betriebssystem, was an dem Bildschirm mit Windows-Logo zu erkennen ist. Jetzt werden noch Treiber und andere notwendige Systemdateien geladen. Selbst nachdem schon die Benutzeroberfläche von Windows erschienen ist, werden im Hintergrund noch Prozesse ausgeführt. Das merkt man daran, dass der Rechner kurz nach dem Erscheinen des Desktops nur verzögert auf die Befehle von Maus und Tastatur reagiert.

„Boots" steht im Englischen übrigens für „Stiefel". Im deutschen spricht man bei PCs zwar von „Hochfahren", doch ebenso gut würde passen, wenn man von „Losstiefeln" des Systems sprechen würde.